KUNSTVEREIN KIRCHZARTEN e.V.
 

Ausstellungsnumer: 285

Florian HAAS - Coronapark -


Der Coronapark Linolschnitt, 2021 (1500 cm x 200 cm)

Parallel zu den Entwicklungen der Pandemie hat Florian Haas den Coronapark ins Leben gerufen - ein Linolschnitt mit 15 Metern Länge. Eine Achterbahn führt durch den gesamten Freizeitpark auf der die Besucher an den einzelnen Stationen der Pandemie vorbei fahren.

Die Fahrgeschäfte des „Coronaparks“ ähneln denen der bekannten Freizeitparks, nur dass hier die Protagonisten Skelette sind. Es wird Kettenkarussell gefahren, und ein Märchenschloss entpuppt sich auf den zweiten Blick als Seniorenresidenz, vor der ein Schild steht mit der Aufschrift: „Wir bleiben drin und sterben alleine.“ Zwischen den Fahrgeschäften steht ein Krankenhaus, in dem die Patienten notdürftig mit Luftpumpen beatmet werden.

Der Eintritt zum Coronapark erfolgt über einen Berggasthof, hinter dem sich die Bergkulisse von Ischgl erhebt. Angefangen von den Protesten der Coronaleugner und der Verschwörungstheoretiker mit den Aluhüten, über den Schlachthof Tönnies bis hin zu der Entwicklung erster Impfstoffe ruft der Coronapark die Ereignisse und Chronologie der Pandemie beim Betrachter in Erinnerung. Abstrichstationen, Sauerstoffmangel, FP2-Masken, verwaiste Spielplätze und der geschlossene Einzelhandel während des Lockdowns – die Pandemie hat viele Gesichter.

Der „Coronapark“ ist mit seinen unterschiedlichen Stationen eine Parabel auf den Alltag des „Lockdown“. Mit den Akteuren des „Coronaparks“, die als Skelette figurieren, bezieht sich Florian Haas auf die europäische Tradition des Totentanzes. Das ist naheliegend, da der Auslöser für die ersten Totentänze im Mittelalter die Pest war. Der Totentanz war eine soziale Utopie, eine bizarre Utopie, die sich in der Gleichheit der Ständegesellschaft vor dem Tod einlöste.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 21.11.2021, 11-13h, der Künstler ist anwesend.

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